Weihnachtsoratorium am 2. Weihnachtsfeiertag

Oratorienchor Bergstraße, namhafte Solisten und die Kurpfalzphilharmonie führen am 26.12. um 17 Uhr Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium (Teile I, IV-VI) in der Kath. Stadtkirche St. Georg in Bensheim auf.

Einer langjährigen Bensheimer Tradition folgend führt der Oratorienchor Bergstraße am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Katholischen Stadtkirche St.Georg um 17 Uhr Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium auf.

Das Wunderbare an der Musik Bachs ist, dass sie sich nicht abnutzt, dass man sie immer wieder neu hören kann und auch immer noch Neues entdeckt. Das gilt auch und besonders für das Weihnachtoratorium, das 1734/35 zum ersten Mal in Leipzig aufgeführt wurde. Dabei hatte Bach als Leipziger Thomaskantor die 6 Kantaten nicht als Gesamtwerk konzipiert, sondern als Zyklus für sechs Gottesdienste zwischen Weihnachten und Epiphanias. Erst später wurden die Kantaten als Gesamtwerk gesehen, aber auch heute werden selten alle sechs in einem Konzert aufgeführt. Der Oratorienchor singt in diesem Jahr die Kantaten 1, bestimmt für den ersten Weihnachtstag, und IV bis VI, die für Gottesdienste an Neujahr, Epiphanias und dem Sonntag dazwischen gedacht waren und die etwas weniger bekannt sind als die ersten drei.

Kantate IV kommt musikalisch weitgehend ruhig und teilweise tänzerisch daher,  bezieht sich ebenso wie die Eingangskantate auf die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium und hat die Beschneidung und Namensgebung Jesu (Lukas 2, 21) zum Inhalt. Besonders bekannt ist die Echo-Arie "Flößt mein Heiland, flößt dein Namen auch den allerkleinsten Samen jenes strengen Schreckens ein? Nein, du sagst ja selber nein!", mit dem Wechselspiel von Sopran, Solo-Oboe und Sopran-Echo.

Kantaten V und VI beziehen sich auf die Erzählung von den "Weisen aus dem Morgenlande" im zweiten Kapitel des Matthäusevangeliums. Die Schluss-Kantate "Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben ...."  feiert am Ende mit strahlendem D-Dur, mit Trompeten und Pauke nicht nur den Sieg über Herodes, dessen Plan für die Tötung des Jesuskindes dank der "Weisen" fehlschlägt, sondern damit auch den großen Sieg über "Tod, Teufel, Sünd und Hölle". Dieser Gedanke taucht als Verheißung schon auf in einem Choral der zweiten Kantate, der die Weihnachts-Botschaft gleichsam zusammenfasst: "Brich an, o schönes Morgenlicht und laß den Himmel tagen! Du Hirtenvolk, erschrecke nicht, weil dir die Engel sagen, daß dieses schwache Knäbelein soll unser Trost und Freude sein, dazu den Satan zwingen und letztlich Friede bringen."

Georg Christoph Biller, der von 1992 bis 2015 Thomaskantor war, beschrieb das Weihnachtsoratorium einmal als "Musik, die schon aus sich heraus Weihnachten formuliert". und nennt damit wohl einen der Gründe, warum diese sechs Kantaten zu den beliebtesten geistlichen Kompositionen überhaupt gehören und auch Menschen ansprechen, die dem Christentum nicht nahestehen.

Der Oratorienchor wird in diesem Konzert begleitet von der Kurpfalzphilharmonie. Die tragende Partie des Evangelisten übernimmt erstmals der junge Tenor Theodore Browne, der in den letzten Jahren eine steile Karriere gemacht hat und verschiedene Preise errang. Die weiteren Solisten sind Katharina Sahmland (Sopran), Thomas Nauwartat-Schultze (Altus) und Matthias Horn (Bass).

Die Leitung hat Konja Voll.

Karten sind im Vorverkauf bis zum 23.12. erhältlich bei der Musikbox Bensheim, der Auerbacher Bücherkiste, der Bücherstube Deichmann, Bensheim, und der Buchhandlung May, Heppenheim, sowie an der Abendkasse.